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  • AutorenbildFelicia Neumann

Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie

Ende Juli im Bundeskabinett beschlossene Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) ist ein starkes Signal für die nächste Phase des Wasserstoffhochlaufes und Deutschlands Weg zur Klimaneutralität. Das Wichtigste dazu im Überblick.

Deutschland schärft nach


Die Ende Juli im Bundeskabinett beschlossene Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) ist ein starkes Signal für die nächste Phase des Wasserstoffhochlaufes und Deutschlands Weg zur Klimaneutralität. Das Wichtigste dazu im Überblick.


Seit Ende Juli ist die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie beschlossene Sache. Was das genau bedeutet? Mit der Fortschreibung werden die Leitplanken für die Herstellung und den Import, sowie für den Transport und die Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff für die nächsten Jahre festgelegt. Im klimaneutralen Energiesystem der Zukunft ist insbesondere mit Ökostrom hergestellter Wasserstoff die wichtigste Zutat. Lag der Fokus in der ersten Phase des sogenannten Markthochlaufes für eine Wasserstoffwirtschaft vor allem auf den Bereichen Wasserstoff-Forschung und Demonstration, startet mit der Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS 2023) nun Phase 2. Sie zielt vor allem auf den Einstieg in die großskalige Wasserstoff Herstellung ab. Dazu kommt die Umstellung der besonders energieintensiven Bereiche - insbesondere der Industrie - auf klimafreundlichen Wasserstoff. Unterteilt in kurzfristige Maßnahmen für das Jahr 2023, mittelfristige Maßnahmen für die Jahre 2024 und 2025 und einige langfristige Maßnahmen bis 2030 legt die NWS-Fortschreibung das Arbeitsprogramm fest, mit dem ihre Ziele bis 2030 erreicht werden sollen. Besonders wichtig ist: Viele grundlegende Maßnahmen wurden bereits parallel begonnen. Beschleunigter Markthochlauf von Wasserstoff heißt das erste Ziel der fortgeschriebenen Wasserstoffstrategie, der die erste Ausgabe aus dem Jahr 2020 zu Grunde liegt. Das Ambitionsniveau entlang der gesamten Wertschöpfungskette steigt massiv an. Mit der Erhöhung der Elektrolysekapazität für die Wasserstoffherstellung auf mindestens zehn Gigawatt im Jahr 2030 soll die ausreichende Verfügbarkeit von Wasserstoff und seinen Derivaten sichergestellt werden. Der restliche Bedarf kann durch Importe gedeckt werden. Damit der produzierte und importierte Wasserstoff auch seine Nutzer in Deutschland erreicht, muss der Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur weiter gefördert werden. Bis 2027/2028 soll mithilfe der IPCEI-Förderung ein Wasserstoffstartnetz mit mehr als 1.800 Kilometern Länge aufgebaut werden. Es wird aus umgestellten und neu gebauten Wasserstoffleitungen in Deutschland bestehen. Europaweit kommen noch einmal rund 4.500 Kilometer Wasserstoffnetz hinzu. Mittels Erweiterung zu einem Kernnetz werden bis 2032 alle großen Erzeugungs-, Import- und Speicherzentren mit ihren Abnehmern in Deutschland verbunden. Etablierung von Wasserstoffanwendungen in den Sektoren heißt das dritte Handlungsfeld der NWS-Fortschreibung. Bis 2030 sollen Wasserstoff und seine Derivate insbesondere bei Anwendungen in der Industrie, bei schweren Nutzfahrzeugen sowie zunehmend im Luft- und Schiffsverkehr eingesetzt werden. Im Stromsektor trägt Wasserstoff zur Energieversorgungssicherheit bei – etwa durch Gaskraftwerke, die auf klimaneutrale Gase umgerüstet werden können (H2-ready). Auch die Wärmeversorgung könnte perspektivisch zumindest teilweise mit Wasserstoff erfolgen. Die Rahmenbedingungen dazu werden im Gebäudeenergiegesetz (GEG) und im europäischen Gasmarktpaket weiterentwickelt. „Leitanbieter für Wasserstofftechnologien bis 2030" lautet ein weiteres erklärtes Ziel des Arbeitsprogrammes. Deutsche Anbieter sollen ihre Technologieführerschaft ausbauen und die gesamte Wertschöpfungskette von Wasserstofftechnologien von der Produktion (z. B. Elektrolyseure) bis hin zu den unterschiedlichen Anwendungen (z. B. Brennstoffzellentechnologie) anbieten können. Damit das alles gelingen kann, braucht es geeignete Rahmenbedingungen, darunter vor allem effiziente Planungs- und Genehmigungsverfahren, einheitliche Standards und Zertifizierungssysteme sowie eine gut ausgestattete und auf allen Ebenen koordinierte Verwaltung. Alle Einzelheiten der mehr als 30 Seiten starken Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie finden Sie hier.



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